Die zukünftige Mobilität Aktiv erfahren
Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich in der deutschen Forschungsinitiative Aktiv 28 Partner aus der Automobilindustrie, von Elektronik-, Telekommunikations- und Softwarefirmen, aus Forschungsinstituten sowie der Straßen- und Verkehrsverwaltung zusammengeschlossen. Heute wurden bei der Abschlusspräsentation in Mendig die Ergebnisse des Forschungsprojekts vorgestellt.
Aktiv steht für "Adaptive und Kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr". Mit dem Ziel, den Verkehr der Zukunft sicherer und flüssiger zu machen, entwickelten die Partner in 15 Teilprojekten neue Fahrerassistenz-systeme sowie Lösungen für ein effizientes Verkehrsmanagement und eine geeignete Car2x-Kommunikation. Die Experten der BMW Forschung und Technik GmbH leisteten im Projekt "Aktive Sicherheit" einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr. Spezialisten der BMW Group haben zudem im Projekt "Verkehrsmanagement" ihre Erkenntnisse für einen reibungslos fließenden Verkehr eingebracht und innovative Navigationsfunktionen entwickelt. Außerdem haben sie im Dialog mit der Fachöffentlichkeit die Grundlagen für die Akzeptanz und Umsetzung der neuen Verkehrstechnologien und Anwendungen erarbeitet.
Innovative Fahrerassistenzsysteme für die aktive Sicherheit.
Der beste Schutz vor einem Unfall, den der Automobilkonstrukteur dem Fahrer mit auf den Weg geben kann, ist die aktive Sicherheit seines Autos. "Aus der amtlichen Statistik und unseren eigenen Analysen von Unfalldatenbanken im Projekt wissen wir, dass viele Unfälle auf ausbleibende, zu späte oder unzureichende Reaktionen des Fahrers zurückführbar sind.", sagt Dr. Peter Zahn, Projektleiter der BMW Forschung und Technik GmbH in der Forschungsinitiative Aktiv. "Jede Zehntelsekunde gewonnene Reaktionszeit trägt entscheidend zur Unfallvermeidung bei, sobald ein Fahrzeug in kritischen Fahrsituationen blitzschnell mitdenkt und während kurzzeitiger Unaufmerk-samkeit des Fahrers auch selbst reagieren kann.", so Dr. Zahn weiter. Es gilt also, den Fahrer schon im Ansatz auch in überraschenden Situationen vor Unfällen zu bewahren, ohne ihn dabei in seiner aufmerksamen, souveränen Fahrzeugführung zu bevormunden.
In dem Projekt "Aktive Sicherheit" haben die Spezialisten der BMW Forschung und Technik GmbH deshalb ein Assistenzsystem zur "Aktiven Gefahren-bremsung" entwickelt. Diese Funktion soll zusätzlich zur Kollisionsfolgen-minderung, auf die die heute bereits verfügbaren Notbremssysteme hauptsächlich ausgelegt sind, Auffahrunfälle möglichst ganz vermeiden. Dafür kontrollieren am Fahrzeug Laserscanner nach vorne und zur Seite die Fahrsituation und Radarsensoren übernehmen die Überwachung des Rückraums. Zusätzlich wird das Verhalten des Fahrers in der jeweiligen Situation ausgewertet. "Wenn die Sensoren einen drohenden Zusammenstoß erkennen, wird der Fahrer situationsgerecht gewarnt und, wenn nötig, eine Vollbremsung zur Unfallvermeidung durchgeführt.", erklärt Philipp Reinisch, der sich bei der BMW Forschung und Technik GmbH in seiner Dissertation mit der "Aktiven Gefahrenbremsung" beschäftigt.
Ein weiteres wichtiges Thema ist für die Forschungstochter der BMW Group der als Car2x-Kommunikation bezeichnete Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen untereinander oder mit der Verkehrsinfrastruktur. Dabei richtet sich der Fokus über das Auto hinaus und bezieht im Rahmen der Strategie BMW Motorrad ConnectedRide auch Motorräder in die Kommunikation mit ein. Die über die Car2x-Kommunikation erfassten Daten der anderen Verkehrsteilnehmer stellen die Grundlage für ein im Teilprojekt "Kreuzungsassistenz" entwickeltes Fahrerassistenzsystem dar. "Entdeckt dieses Assistenzsystem, dass der wartepflichtige Pkw-Fahrer wahrscheinlich die Vorfahrt missachtet, warnt ihn das System per Anzeige und Signalton vor einer möglichen Kollision. Zusätzlich aktiviert das System während der Reaktionszeit eine Sekunde lang etwa 30% der maximalen Bremskraft - ein spürbarer Hinweis an den Fahrer, selbst zu bremsen. Parallel dazu macht das vorfahrtsberechtigte Motorrad gezielt auf sich aufmerksam. Hierzu werden das Fernlicht, zusätzliche LED-Warnleuchten an der Seite und die Warnblinker zur Verbreiterung der Silhouette aktiviert. Bei akuter Kollisionsgefahr ertönt außerdem noch die Hupe des Motorrades. Das Handling wird dadurch nicht beeinflusst.", veranschaulicht Dr. Felix Klanner, der bei der BMW Forschung und Technik GmbH den Kreuzungsassistenten entwickelt hat.
Weitere Teilprojekte im Projekt "Aktive Sicherheit" waren die Entwicklung einer "Integrierten Querführung", "Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer" und das Querschnittsprojekt "Fahrsicherheit und Aufmerksamkeit".
Intelligentes Verkehrsmanagement für einen fließenden Verkehr.
Unter dem Begriff "Adaptive Navigation" demonstriert die BMW Group eine Entwicklung, welche die Zusammenführung verschiedener Informationsquellen zum Ziel hat. Schon heute sind für die Lieferung von Verkehrsinformationen verschiedene Anbieter im Markt vertreten, die immer neue Quellen für Verkehrsdaten erschließen. Beispiele hierfür sind Schleifendaten, Floating Car Data, Xtended Floated Car Data, Mobilfunkdaten und historische Ganglinien. "Hier sind wir jedoch nur am Anfang der Reise und die Zukunft wird uns eine Fülle neuer Informationsquellen bringen. Insbesondere Aggregatoren wie Google oder auch die Community Welt von Facebook, Twitter oder MySpace werden ihre Stärke dazu nutzen, den Markt mit zum Teil kostenfreien Informationsangeboten zu überfluten. Eins wird hierbei aber meist unberücksichtigt bleiben: Der Wunsch des Kunden nach verlässlich qualitativ hochwertiger Information", erläutert Dr. Irina Matschke von BMW. "Die Herausforderung liegt darin, aus verschiedenen Datenquellen mit geringer, aber bekannter Güte eine einzigartig hochwertige Information zu erzeugen", so Dr. Irina Matschke weiter. Im Projekt Aktiv wurde von der BMW Group daher eine Fusionslogik entwickelt, die unterschiedliche Informationsquellen kombiniert und im Routing für den Kunden nutzbar macht. Dem Kunden wird dadurch bereits bei Fahrtantritt ein genaues Bild aufgespannt, was ihn auf seiner Fahrt erwarten kann und wann er typischerweise, aber auch im besten oder im ungünstigsten Fall sein Ziel erreicht.
Cooperative Cars für einen mobilfunkbasierten Austausch von Verkehrsdaten .
In dem Projekt Cooperative Cars erforschten Spezialisten, inwieweit sich Mobilfunk-Technologien wie z. B. UMTS für den zielgerichteten Austausch von Daten in Echtzeit zwischen Verkehrsmanagement- und Fahrerassistenz-systemen eignen. Die BMW Forschung und Technik GmbH untersucht die Leistungsfähigkeit dieser Mobilfunktechnologien im Versuchsfahrzeug sowie in der Simulation und bewertet, inwiefern sie für kooperative Assistenzfunktionen wie den Kreuzungsassistenten eingesetzt werden können.
An der Forschungsinitiative Aktiv beteiligt waren die Unternehmen Allianz, Audi, BMW Forschung und Technik GmbH, BMW Group, Bosch, Bundesanstalt für Straßenwesen, Continental, DaimlerChrysler, DDG, Ericsson Eurolab R&D Germany, Ford, Verkehrszentrale Hessen, HTW Saarland, IBEO, IFAK Magdeburg, MAN Nutzfahrzeuge, Opel, PTV, Siemens, TU München, Teleatlas, Transver, Uni Hannover, Uni Kassel, Vodafone Group R&D Germany und Volkswagen. Als Unterauftragnehmer arbeiteten außerdem zahlreiche Universitäts- und Forschungsinstitute sowie kleinere und mittelständische Unternehmen an den Projekten mit.
Quelle: Pressemeldung BMW AG
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