Markt für digitale Unterhaltungselektronik wächst deutlich

26.08.2010 | Berlin
Der deutsche Markt für digitale Unterhaltungselektronik entwickelt sich besser als erwartet. Die Umsätze werden bis Jahresende voraussichtlich um 2,5 Prozent wachsen und ein Volumen von 12,7 Milliarden Euro erreichen. Das gab der Hightech-Verband BITKOM in Berlin bekannt. Basis ist eine aktuelle Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des European Information Technology Observatory (EITO).

"Der Boom bei hochauflösenden Flachbildfernsehern und neue Technologien wie 3D oder Blu-ray treiben den Geräteverkauf an", erklärte BITKOM-Vizepräsident Achim Berg die guten Zahlen. Die Nachfrage nach analogen Geräten, also etwa Radios und Röhrenfernseher, schrumpft hingegen abermals um 5 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro.

Mit Abstand wichtigstes Marktsegment bleiben die Flachbildfernseher. Sie stehen in diesem Jahr für fast die Hälfte (49,3 Prozent) der Umsätze mit Unterhaltungselektronik. Auf Rang zwei folgen Digitalkameras (12,4 Prozent), danach Spielekonsolen und Set-Top-Boxen (je 5,2 Prozent), Autonavigationssysteme (4,7 Prozent), Aufnahmemedien wie DVD-Rohlinge (4,3 Prozent) sowie sonstige digitale Unterhaltungselektronik wie MP3-Player und DVD-Player (13,7 Prozent).

Den anhaltenden Boom bei Flachbild-Fernsehern führt BITKOM u.a. auf das seit dem Frühjahr deutlich verbesserte Angebot von Fernsehsendungen in hochauflösender Qualität zurück. In diesem Jahr sollen gut 9,6 Millionen Flachbildfernseher Geräte abgesetzt werden. Das ist eine Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2009. Der Umsatz steigt voraussichtlich um 11,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Der Trend zu hochauflösenden Bildern fördert auch den Verkauf von Zusatzgeräten. So steigt der Umsatz mit digitalen Set-Top-Boxen in diesem Jahr um 33 Prozent auf 690 Millionen Euro. In diesen Geräten ist mittlerweile oft ein Festplattenrekorder integriert. Mit Blu-ray-Playern werden voraussichtlich 210 Millionen Euro umgesetzt, ein Plus von 82 Prozent gegenüber 2009.

Der TV-Markt profitiert zudem von den neuen Trends 3D und Hybrid-TV. 3D-Fernseher kamen in Deutschland erst in diesem März auf den Markt. Seitdem wurden rund 40.000 Geräte verkauft. Das hat der BITKOM auf Basis von Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK berechnet. Hybrid-Geräte verfügen über einen integrierten Internet-Anschluss. Hybrid-Fernseher stehen seit März 2009 in den Verkaufsregalen. Seitdem sind über 1,3 Millionen Stück verkauft worden, rund 160.000 waren es allein im Juni. Fast jeder zweite Deutsche (47 Prozent) möchte das Internet über TV nutzen. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Aris Umfrageforschung im Auftrag des BITKOM. Bei den unter 30-Jährigen liegt der Anteil gar bei 94 Prozent. "Die Verschmelzung von Internet und Fernsehen schreitet dank der stark steigenden Nachfrage nach Hybrid-TV-Geräten schnell voran", so Berg. Der Fernseher wird immer mehr zum Multifunktions-Gerät. Laut Umfrage würde fast jeder Dritte (31 Prozent) auf dem TV-Gerät Emails lesen und schreiben. Jeder Sechste möchte auf diesem Weg chatten, jeder Achte Pizza und Bier für einen Fernsehabend bestellen und jeder zehnte Videotelefonate führen. Senioren ab 65 Jahre interessieren sich vor allem für eine medizinische Versorgung per Fernseher, beispielsweise eine Unterhaltung mit dem Hausarzt. Das würde jeder Sechste in dieser Altersklasse nutzen.

"Ein weiterer aktueller Trend ist die Heimvernetzung, also die Verbindung von Fernseher, Musikanlage, Computer, Handy und Co", gibt Berg einen Ausblick in die nahe Zukunft. Das Ziel ist das "Eine-Fernbedienung-Haus". Mit ihr werden alle elektronischen Haushaltsgeräte gesteuert, sowie Licht und Heizung. Laut Befragung würden die meisten Deutschen (28 Prozent) ihr Haus am liebsten per Handy steuern. Es folgen Laptops und Netbooks (13 Prozent), PCs (12 Prozent), Fernseher (10 Prozent) und Tablet-PCs (5 Prozent). Berg: "Heimvernetzung ist ein Milliardenmarkt, der in den kommenden Jahren zum Treiber der gesamten Consumer Electronics wird."

Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.

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